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Ratgeber · Stand 27. Juli 2026

Brandwache:
Wann ist sie Pflicht?

Nach dem Schweißen ist vor dem Schwelbrand: Die meisten Brände nach Heißarbeiten entstehen erst Stunden nach Feierabend. Deshalb verlangen Brandschutzkonzepte, Behörden und Feuerversicherer in bestimmten Situationen eine Brandwache. Hier steht, wann das der Fall ist — und worauf Sie achten müssen.

Was eine Brandwache ist

Eine Brandwache (auch Brandsicherheitswache oder Nachwache) ist eine eingewiesene Person, die einen Bereich nach oder während feuergefährlicher Arbeiten überwacht: Sie kontrolliert Glutnester, hält Löschmittel bereit, alarmiert im Ernstfall sofort die Feuerwehr — und dokumentiert das Ganze. Der Sinn ist simpel: Ein Schwelbrand, der um 22 Uhr entdeckt wird, ist ein Feuerlöscher-Einsatz. Derselbe Brand um 3 Uhr ist ein Totalschaden.

Die vier typischen Fälle, in denen eine Brandwache gefordert wird

  • Nach Heißarbeiten: Schweißen, Trennschleifen, Löten, Abflämmen von Dachbahnen. Der Erlaubnisschein für Heißarbeiten (nach den einschlägigen DGUV-Regeln und den Bedingungen der Feuerversicherer) sieht in der Regel eine Nachkontrolle des Arbeitsbereichs über mehrere Stunden vor — üblich sind je nach Risiko 2 bis 24 Stunden.
  • Als Auflage des Feuerversicherers: Bei erhöhtem Risiko (Holzbau, Bestandssanierung, brennbare Dämmstoffe) machen Versicherer eine Brandwache zur Bedingung des Versicherungsschutzes. Maßgeblich ist Ihr Versicherungsvertrag — ohne die geforderte Wache riskieren Sie im Schadensfall die Leistung.
  • Bei Ausfall von Brandmelde- oder Löschanlagen: Fällt in einem überwachten Gebäude die Brandmeldeanlage aus (auch geplant, etwa bei Umbauten), verlangen Baurecht, Brandschutzkonzept oder die Feuerwehr in der Regel eine Ersatzmaßnahme — häufig eine Brandwache, bis die Anlage wieder läuft.
  • Bei Veranstaltungen: Für Bühnen, Hallen und Versammlungsstätten kann die Behörde eine Brandsicherheitswache zur Auflage machen; je nach Kommune stellt sie die Feuerwehr oder ein qualifizierter Dienstleister. Entscheidend ist der Genehmigungsbescheid.

Ob im Einzelfall eine Pflicht besteht, ergibt sich also aus dem Zusammenspiel von Erlaubnisschein, Brandschutzkonzept, behördlichen Auflagen und Ihrem Versicherungsvertrag — im Zweifel lohnt der Anruf bei Versicherer und Bauleitung mehr als jede Pauschalaussage.

Wer eine Brandwache stellen darf

Die Person muss für die Aufgabe geeignet und eingewiesen sein: Sie kennt den Bereich, die Zündquellen, die Fluchtwege und die Alarmierungskette, kann mit den bereitgestellten Löschmitteln umgehen und bleibt nachweisbar vor Ort. Bei gewerblicher Bewachung fremder Objekte kommt die Erlaubnispflicht nach § 34a GewO dazu. Unsere Brandwachen sind entsprechend qualifiziert, im Bewacherregister erfasst und führen ein Wachbuch, das Sie dem Versicherer vorlegen können.

Was eine Brandwache kostet

Abgerechnet wird stundenweise zum üblichen Satz von etwa 30 bis 40 € netto pro Stunde, nachts mit Zuschlag. Verglichen mit dem, was ein einziger Schwelbrand kostet — oder mit einer verweigerten Versicherungsleistung — ist das eine der günstigsten Versicherungen auf dem Bau.

So läuft es mit uns ab

  • Anruf genügt: 07621 420 0119 — auch kurzfristig, unsere Zentrale ist rund um die Uhr besetzt.
  • Einweisung vor Ort: Bereich, Zündquellen, Löschmittel, Alarmierungskette — dokumentiert.
  • Wache & Wachbuch: lückenlose Präsenz mit Protokoll für Bauleitung und Versicherer.

Häufige Fragen

Wie lange muss eine Brandwache nach dem Schweißen bleiben?

Üblich sind je nach Risiko und Vorgabe des Erlaubnisscheins bzw. Versicherers etwa 2 bis 24 Stunden Nachkontrolle — bei kritischen Materialien wie Dachdämmung eher länger. Maßgeblich ist, was Ihr Erlaubnisschein für Heißarbeiten und Ihr Versicherer festlegen.

Darf ein eigener Mitarbeiter die Brandwache übernehmen?

Grundsätzlich ja, wenn er geeignet und eingewiesen ist und tatsächlich durchgehend vor Ort bleibt. In der Praxis scheitert es oft an Nachtstunden und Dokumentation — und genau die prüft der Versicherer im Schadensfall.

Was kostet eine Brandwache?

Stundenweise etwa 30 bis 40 € netto, nachts mit tariflichem Zuschlag. Für mehrtägige Einsätze kalkulieren wir gern eine Pauschale — Angebot innerhalb von 24 Stunden.

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